Gereimtes
Gereimtes
von
Sven Görtz
Das Lästerschwein
Das Lästerschwein
Ging ganz allein
Ohn Stock und Lein
Ins Wirthaus rein
Der Wirt sagt da:
„Das ist nicht wahr!
Willst du uns den Tag versaun?
Und heimlich unsre Speisen kaun?
Und dabei immer grunzen
Lästerlich und saugemein
Und ganz ohn´ Penunzen
Schielen auf den guten Wein.
Komm und mach dich fort
Von diesem Ort!
Wir kennen deine Sipp
Und Sort!“
Da zog das Schwein
Das Schwänzlein ein.
Und zog allein
Den Weg nach heim.
Es war ganz traurig und ganz klein
Das arme Lästerschwein
*
Der Furz
Ein Diktator tut einen Furz
Und bringt sein Volk zum Sturz
Ein Minister verteidigt einen Furz
Und bringt sich selbst zum Sturz
Nun, uns ist das alles schnurz:
Die einen kommen, die andern gehen
Wir haben alles schon gesehen
Nur das Leben, das bleibt wie ehedem -
Kurz.
*
Der Mensch, der liebt die Gipfel
Der Mensch, der liebt die Gipfel
Und steigt auch gerne drauf;
Der herrlich schönen Aussicht wegen
Nimmt er Mühen gern in Kauf.
Und steht er dann weit oben
In Sturm umtosten Höh´n
Dann findet er die Welt
Und auch das Leben rührend schön.
Doch kaum, dass er so steht,
So wird das Glück ihm öde
Schon träumt es ihm von mehr Vergnügen
Dass sich hier und bald ihm böte.
Eine Brotzeit wär ganz passend
Eine Maß und gern ein Rippchen,
Dazu Lädchen mit viel Nippes,
Souvenirs und Schnäppchen.
Kaum gewünscht und kaum gedacht,
Da herrscht auch schon der Rummel:
Und auf das Gipfelglück
Folgt auf den Fuß der angenehmste Bummel.
Doch bald schon sieht der Mensch mit Weh
Die Gipfelruhe schwinden
Denn wo alle Welt die Ruhe sucht
Kann keiner je sie finden.
Drauf ruft der Mensch entrüstet:
„Ist das nicht ein starkes Stück?“
Und träumt vor all dem Nippes
Von dem jüngst verlorenen Glück.
*
Wozu?
Kommt ein Mann zum Arzt am Morgen,
Sagt:: „Herr Doktor, ich mach mir Sorgen.
Was sagen Sie aus ärztlicher Sicht?
Wenn ich leiste auf Bier und Wein Verzicht,
Wenn ich nicht rauche
Und nicht schmauche,
Nichts mit Frauen haben tu
Und mich begeb bei Zeit zur Ruh,
Und auch kein Partyleben pflege
Und mich sittsam durch die Welt bewege,
Salzlos stets und sachte esse
Und auch meine Pillen nicht vergesse,
Kann ich dann auf unsrer schönen Erden
100 schöne Jahre werden?“
„Gut möglich“, spricht der Arzt im Nu,
„Die Frage ist dann bloß – wozu?“
*
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