Arthur Schnitzler

Leutnant Gustl
In einem inneren Monolog (eine literarische Technik, die hier zum ersten Mal in der deutschsprachigen Literatur verwendet wird) schildert Schnitzler die Hohlheit, Unsicherheit, Feigheit und Schwäche eines Unteroffiziers der k. und k. Donaumonarchie um 1900. Der Text gibt die Gedanken der Figur frei und sprunghaft wieder: Der Hörer kann förmlich aus nächster Nähe an dem Entstehen der Gedanken teilhaben und erkennt - gleichsam aus dem Inneren der Figur heraus- die Verkommenheit eines überkommenen Ehrenkodexes und die Schwäche einer sich im Verfall begriffenen Gesellschaftsform: eine gnadenlose literarische Bloßstellung und Kritik, die Schnitzler eine Verurteilung durch ein militärisches Ehrengericht und zahlreiche anonyme Todesdrohungen einbrachte.
Mit allen Registern rezitatorischen Ausdrucks durch Lachen, Schreien, Weinen, Klagen, Flüstern bringt Görtz das Seelenleben des Leutnant Gustl authentisch und unmittelbar zu Gehör.
Aktuell
- 14. Mai 2010
- 28. April 2010
Nächster Termin
- 15. September 2010